Eisenbahner Sportverein Dresden e.V. - Abteilung KANU - Drachenbootteam Froschcotta
14 | 08 | 2022

23ème Marathon International des Gorges de l’Ardèche

Gorges de l’Ardèche, St. Martin, Charlemagne und Pont d’Arc... das ist kein französisches Wurzelwerk, sondern Adrenalin in den Adern der Dresdner ESV-Kanuten!

23. Marathon International des Gorges de l’Ardèche – wie nun schon seit elf Jahren üblich, starten ESV-Kanuten beim Ardèche-Marathon. Das größte Kanu- und Kajak-Event der Welt zieht alljährlich Anfang November ca. 1.800 bis 2.500 Kanuten an dieses Gewässer. 18 Nationen aus vier Kontinenten – darunter zahlreiche Medaillengewinner bei Olympia und Weltmeisterschaft – so wirbt man auf der Webseite.

Die erste Gruppe bilden die Mannschaftskanadier. Knapp 100 Boote mit ca. 900 Paddlern liegen dicht gedrängt am Ufer. Plötzliche Unruhe – Start – und neunhundert Paddel versuchen die Boote so schnell wie möglich in Fahrt zu bringen. Dass die Paddel auch manchmal den Kontrahenten treffen können, ist harte und schmerzhafte Realität. Vielleicht auch ein Grund dafür, dass ab diesem Jahr Helmpflicht besteht.

Von den drei ESV-Booten – ESV steht für Eisenbahner Sportverein Dresden e. V. – kommt das Rennsportteam erwartungsgemäß am besten weg, gefolgt von den Männern und dem Frauenteam. Die Strecke verläuft für jedes Boot anders abwechslungsreich. Das Boot ESV 3 sieht einen Felsbrocken zu spät und knallt frontal dagegen – das Ergebnis ist ein faustgroßes Loch in der Bootsspitze. ESV 2 – das Männerboot – kommt fast ungeschoren durch, abgesehen von standardmäßigen Kratzern und Abschürfungen an Material und Mensch. ESV 1 - die Frauen - waren nach etwa einem Drittel der Strecke heißgelaufen, so dass sie erst einmal ein Vollbad brauchten. Jeder, der schon einmal in der Sauna war, kennt das „Supergefühl“, wenn man unter Dampf stehend in das kalte Becken springt. Aber wer sehnt sich nicht danach, im kalten Wasser stehend, triefnass, mit einem löchrigen Helm auf dem Kopf tausend Liter kaltes Wasser aus einem Boot zu schöpfen. Die Freude stand den Frauen im Gesicht.

Die am Ziel verabreichten warmen Getränke wirkten wie eine Droge. Nach etwa zwanzig Minuten kehrte das Lächeln in die Augen zurück. Jede und Jeder war stolz, diese Herausforderung gemeistert zu haben! Die Siegerzeit von den Lokalmatadoren V.P.A. PONT D`ARC im Mannschaftskanadier ist bei 1 Stunde 45 Minuten und 43 Sekunden. Das beste Boot von ESV Dresden kämpft sich um knappe 15 Minuten an die Sieger heran.

Ergebnisse:

Die Platzierung im C 10 der angekommenen/gewerteten neunundachtzig Mannschaften:

  • ESV 3 – 7.Platz
  • ESV 2 – 20. Platz
  • ESV 1 – 71. Platz


Soweit zu den „großen“ Booten. Im Kajakzweier gingen Heinz und Eberhard an den Start. Für beide war dies, obwohl sie in den vorher gehenden Jahren im großen Boot schon mitpaddelten, totales Neuland und spannend. Besonders die Startphase war auch für die beiden „Alten“ sehr aufregend. Als die „Leinen losgelassen“ wurden, wühlten sich mit einmal etwa 800 Boote durch das Wasser und das bei einer Flussbreite von 15 – 20 Metern. Aus gemächlich dahinplätscherndem Wasser wurden plötzlich 50 cm hohe Wellen gestampft. Boot an Boot und das Wasser bis zur Brust und dann plötzlicher Stillstand. Zehn Boote fanden sich auf einer Steinansammlung und von hinten rückten immer neue Boote dazu. Mühevolles, zeitraubendes Freikämpfen war angesagt. Das Ergebnis war umwerfend: Steuer abgerissen, Sitzwanne losgebrochen und der Bootskörper in Höhe Sitzluke gerissen. Der Versuch, mit so einem Material durch die 30 Kilometer lange, ansonsten sehr idyllische Schlucht zu fahren, musste von den beiden Akteuren nach etwa drei Kilometern „Test“ leider abgebrochen werden.

Für alle Ardèche-Fans gibt es gratis: Blaue Flecken, aufgeschundene Knie und Hände, Kratzer an den Armen, eiskalte Füße und erstarrte Gesichter – was will man mehr? All diese „Wünsche“ erfüllt jedenfalls der Ardèche-Marathon. Nach dem Rennen kann man noch so fix und fertig sein, die anschließende Erholungsphase bringt einen immer näher zur Generalfrage: Wann ist der nächste Ardèche-Marathon und was kann man anders und besser machen?

Teilnehmer ESV Dresden:

ESV 1: Sandra, Andrea, Uli, Chrissi, Yvonne, Antje, Birgit, Anja und am Steuer Claudia
ESV 2: Egge, Uwe, Hoffi, Andreas, Rainer, Karli, Sven, Karsten und am Steuer Frank
ESV 3: das Team um Flechsi