Eisenbahner Sportverein Dresden e.V. - Abteilung KANU - Drachenbootteam Froschcotta
18 | 05 | 2021

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Hiddensee-Marathon 2007

Kurzbericht vom Wochenende (30.06.07).

Edle Seekajaks, Marathonboote, fast alle mit besonders schnellen Linien, geringen Gewicht, mit den dazu gehörigen Seemänner bzw. Seefrauen bildeten das Auffällige an diesem Wochenende im Gelände vom Kanuverein Stralsund. Die gepflegten Boote waren eine Aufwertung der Zelte, Wohnmobile Wohnwagen und deren Besitzer.

Die, die es schon wussten und die, die es noch erfahren werden hatten alle die Gewissheit, dass die Hiddensee-Umrundung (70 km) das extra ist im Deutschen Kanuwettkampfgeschehen. Zum Beispiel, wie viele offiziellen Paddelwettkampfe starten schon früh um 6 Uhr? Oder, das auf dem Seegewässer beständig 10km/h über 7 Stunden gepaddelt werden müssen (ausgesetzt dem Seewellen und Wind), um bei dem Siegen mit dabei zu sein. Oder, wo gibt es bei einem Kanupaddelwettkampf, dass ein „Marineboot“ als Kanu-„Lumpensammler“ einsetzt wird. Es gibt dort noch mehr Raritäten zu erleben, vor allem mit sich selbst.

Um 6 Uhr auf dem Wasser war „Morgenappell“. Alle Kämpfer brachen ihre persönliche Anwesenheit optisch und akustisch nach Aufforderung dar. Nach dem der Starter mit Durchzählen (bis Startnummer 36) fertig war und der Spruch des Tages (Aufforderung zum Naturschutz und sportliche Fährnis) noch mal verkündet war, erfolgte der lockere Start. Nach 2-3 Paddelschlägen, wurde doch sehr heftig am Paddel gezogen. Die Ersten nutzten die Möglichkeit die Nachfolgenden mit aufgeschäumtem welligem Wasser zu beeindrucken. Deshalb hatte bald jeder sein „eigenes Wasser“ um sein Boot. Auf Welle fahren war nicht ganz einfach, weil der Bodden schon eigene Wellen selbst produzierte. Meistens fühlte sich der „Schlepper“ belästigt und antwortete mich Kreuzattacken. Platz war dafür genug auf dem Bodden.

Bei Barhöft setzte der erste Regenguss ein. Mit Rückenwind war dies erträglich. Im ruhigen Wasser an der Südspitze von Hiddensee gab es die erste Zählung auf Vollständigkeit vom Motorboot aus. Nach ca. 2 Stunden war ich auf dem offenen Meer an der Südspitze von Hiddensee. Die Westseite, also die Breitseite, von Hiddensee ist ca. 15 km lang und war vom anliegenden Süd-Westwind geprägt. Es ergaben sich starke Behinderungen durch das Ostseewasser, der Wind drückte Dellen und Berge in das Wasser von durchschnittlich 2,5 m Höhe in unterschiedlichster Ausführung. Je mehr man in Richtung Vitte (Steilküste) kam um so häufiger wurden die Wellen mit den Schaumkämmen belegt. Ich fuhr deshalb ca. 1 km von der Küste entfernt um nicht so sehr dem brechenden Wellen ausgesetzt zu sein. Es entwickelte sich Notgedrungen eine große Verbundenheit zwischen Seekajak, Paddel und Bediener. Das ununterbrochene Paddeln, das rauschen der Wellen, die Erwartung / Vorahnung dass die „Schimmkörper fressende Welle“ kommt, war sehr reinigend im Kopf. Das Nebensächliche hatte keinen Platz mehr.